Vom Profi lernen – Nachhaltigkeit ganz konkret

In der Lehrküche der Martin-Luther-King-Schule herrscht reges Treiben: Während ein paar Schüler Brötchen formen, kneten andere den Teig für verschiedene Brotsorten – alles unter Anleitung von Frank Silvanus, Fraulauterner Bäckermeister mit Tradition. Zwei Jungs berichten, dass die Brote aus Sauerteig seien, den Herr Silvanus mit Rosinen angesetzt habe und der 15 Stunden gären musste. „Und das Mehl stammt aus einer ortsnahen Mühle“, weiß Janine zu ergänzen. Mit diesem Unterricht der besonderen Art im Rahmen des Projektes „Esskultur und Nachhaltigkeit“ des Landkreises Saarlouis verfolgt die Schule zwei Ziele, wie Schulleiter Udo Ulrich erklärt: Zum einen wird dadurch das praktische Angebot im Bereich der Berufsorientierung erweitert, zum anderen versucht sie mit den verschiedenen Aktionen bei ihren Schülerinnen und Schülern das Bewusstsein zu schaffen,  dass das eigene Essverhalten Einfluss auf die Gesundheit, aber auch auf die Erzeugung von Lebensmitteln hat.  Weitere Bausteine sind die Projekttage „Ernährung global“, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und auch damit beschäftigen, wie Menschen in anderen Regionen der Welt essen. Daneben werden die Schüler für globale Ungerechtigkeiten sensibilisiert und angeleitet zu bewusstem Umgang mit Ressourcen durch ein kritisches Hinterfragen der eigenen Konsumgewohnheiten. Besonders anschaulich wird die Problematik der ungleichen Verteilung durch eine begehbare Weltkarte, die dieses komplexe Thema für die Schülerinnen und Schüler sehr gut nachvollziehbar macht und zu engagierten Diskussionen in der Klasse führte.

Auch im schuleigenen Bistro gibt es seit Beginn des Projekts einmal in der Woche ein Mittagessen aus fair gehandelten Bioprodukten aus der Region, und der Schulgarten wird um insektenfreundliche Pflanzen erweitert.

Alles in allem ein gelungenes Konzept. Bleibt als Fazit: Nachhaltigkeit mit allen Sinnen – top!