Orientierungstage „Lebensentwürfe“

Am Ende der Klassenstufe 8 und zu Beginn der Klassenstufe 9 nehmen alle Schülerinnen  und Schüler in der Jugend- und Erwachsenenbildungsstätte Haus Sonnental  an Orientierungstagen teil. Geleitet wird das Projekt  von Sven Hogen, Pastoralreferent und Jugend- & Schulseelsorger des Dekanats Saarlouis, und Ute Lessel, CJD Sozialcoach der Reformklassen Plus der Martin-Luther-King-Schule Saarlouis.

Haus Sonnental im Regen

Haus Sonnental im Regen

Herr Hogen und Frau Lessel haben ein Konzept zur Persönlichkeitsentwicklung erarbeitet, bei dem die Schülerinnen und Schüler zunächst sich und ihr bisheriges Leben reflektieren, um sich anschließend mit der Frage zu beschäftigen, wie ihr zukünftiges Leben aussehen soll.

Sie haben die Möglichkeit, außerhalb des Schulalltags  Phantasien, Träumen und Wünsche zu entwickeln und, unterstützt durch ihre Klassengemeinschaft,  Konzepte zu erarbeiten, wie sie ihre Zukunftsvorstellungen realisieren können. Dabei ist ein wesentlicher Aspekt auch die berufliche Orientierung.

Nach Abschluss dieses Projektes gestalten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Senioren des Mehrgenerationenhauses Steinrausch, Herrn Hogen und Frau Johann (evangelische Jugendarbeiterin)  einen Gottesdienst zum Thema, zu dem auch Mitschüler und Eltern eingeladen sind.

Auch Herr Korne, der das Projekt Lebensentwürfe entwickelt hat, und Frau Demann vom Haus der Genrationen nehmen an der Feier teil.

Besonders interessierte Schüler haben anschließend die Möglichkeit, mit Senioren ihre Lebensplanung und Zukunftsvorstellungen zu besprechen und von deren Lebenserfahrung zu profitieren.

Jugendliche fragen – Senioren antworten: Das Projekt Lebensentwürfe (Konzept Christian Korne)

Grundgedanke des Projekts ist es, die Lebenserfahrung, die Kompetenzen, das Wissen und die besonderen Fähigkeiten auf den verschiedensten Gebieten der älteren Generation für die sinnvolle Gestaltung der Lebensplanung junger Menschen nutzbar zu machen. Hierzu fertigten die rund 20 Schülerinnen und Schüler der Martin-Luther-King- Schule  im freiwilligen Rahmen einen eigenen Lebensentwurf mit sachlichen und kreativen Inhalten an, der ihr gesamtes Leben abdeckt. Diese Lebensentwürfe wurden dann mit dazu passenden Mentoren der Generation 60+ bei gemeinsamen Treffen der Gruppen besprochen. Durch ihre Erfahrung halfen die Senioren dabei, die teilweise vagen Vorstellungen und Lebensziele der Schülerinnen und Schüler zu konkretisieren, sodass am Ende des Projekts für jeden Jugendlichen ein ganzheitlicher und realistischer Lebensentwurf als greifbares Produkt entstand.

Zunächst wurden beide Altersgruppen jeweils in separaten Treffen auf die bevorstehende Aufgabe und insbesondere die Gesprächssituation, in der „Jung und Alt“ aufeinandertreffen, vorbereitet. Die Gesprächskompetenzen vermittelte dabei der Saarlouiser Therapeut Harald Gregorius. In zwei weiteren Treffen wurden Gesprächsgruppen mit je zwei Jugendlichen und zwei Senioren gebildet, mit dem Ziel sich über die von den Jugendlichen vorbereiteten Lebensentwürfe auszutauschen. Durch mehrfachen Wechsel in der Zusammensetzung der Gruppen wurde der erschließbare Erfahrungsschatz weiter vergrößert.

In den durchgeführten Feedback-Runden zeigte sich, dass nicht nur die Jugendlichen von der Teilnahme an dem Projekt profitierten sondern auch die teilnehmenden Seniorinnen und Senioren. Sie revidierten ihre teilweise voreingenommenen Haltungen gegenüber der jüngeren Generation und konnten selbst neue Erkenntnisse mit nach Hause nehmen. Bilanzierend ist festzuhalten, dass durch das Projekt „Lebensentwürfe“ generationenübergreifende Begegnung zwischen Jung und Alt ermöglicht wurde, die beide Altersgruppen im Sinne einer „win-win-Situation“ als außerordentlich bereichernd erlebten.

www.miteinander-der-generationen.de/inde  und www.werkstatt-n.de/projekte/lebensentwürfe-du-entwirfst-dein-leben-wir-helfen-dir